Was mache ich mit dieser Wunde?

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Was mache ich mit dieser Wunde?

Frau B., 87 Jahre alt, ist heute aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo sie wegen einer Bronchopneumonie in Behandlung war. Sie haben bei der bettlägrigen alten Frau den Medikamentenplan aktualisiert und machen den Hausbesuch zwei Tage nach der Klinikentlassung. Die pflegende Tochter zeigt Ihnen am Gesäß der Mutter eine offene Stelle:

Dekubitus_Prüfungsfragen.jpg

Kommentar

Mit der langwierigen Versorgung eines derart offenen Dekubitus (Grad 2–3) sollte die Tochter nicht allein gelassen werden. Sie werden die Wunde mit 0,9%-NaCl-Lösung reinigen und, falls indiziert, ein Debridement durchführen sowie einen Verband zur feuchten Wundtherapie anlegen (entgegen der Angaben der Hersteller gibt es nicht den einen universell zu empfehlenden Verband), sowie eine ausreichende Schmerzstillung sicherstellen. Es ist sinnvoll, die Wunde fotografisch zu dokumentieren. Der Tochter werden Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Druckentlastung und Mobilisierung erklären und ansonsten die kontinuierliche Versorgung durch einen entsprechend geschulten ambulanten Pflegedienst organisieren.

Daneben klären Sie die Risikofaktoren für eine verzögerte Wundheilung. Dazu gehört in diesem Fall sicher die Immobilisierung, außerdem ist speziell auf Mangelernährung, Dehydratation, Harninkontinenz, Diabetes zu achten.

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